Jan 17 2008

Personensuchmaschine Yasni im ZDF

XING Leben im Internet, Suchmaschinen

Heute Nacht verirrte sich ganz überraschend eine Pressemitteilung der Personensuchmaschine Yasni.de in mein Postfach.
In dieser Pressemitteilung wurde kurz auf die gestrige und bereits angekündigte Erwähnung von Yasni in der ZDF-Reportage “Intimes im Internet” von Frontal21 hingeweisen.
Diese Mitteilung von Yasni möchte ich gerne nutzen, um meine Gedanken zum Thema Anonymität im Internet, oder: Der Trend alles über sich preiszugeben weiter auszuführen.

Anonymität im Internet

Das war einmal!
Mit zunehmender Akzeptanz des Internets in den privaten Haushalten sinken scheinbar auch die Hemmschwellen private Daten von sich öffentlich preis zu geben.
Das Zauberwort heißt Web2.0, oder besser: Mitmach-Web!
Wir hatten schon immer Foren & Communities in denen wir uns registriert haben, in denen wir schreiben konnten, uns mit anderen Usern austauschen durften und freizügig Informationen in das WorldWideWeb katapultiert haben.
Unter dem Schlagwort Web2.0 forcieren wir, die Macher, zu denen nun mal auch ich gehöre, das Ganze noch ein wenig.
Social Networks sprießen aus dem Boden als gäbe es nichts anderes mehr, unzählige Werbeslogans suggerieren uns das wir uns unbedingt in dieser und jener ultimativ tollen, einzigartigen neuen Community registrieren müssen, uns mit Freunden und gleichgesinnten vernetzen, Gruppen beitreten, Fotos hochladen, Profile ausfüllen und schreiben, schreiben, schreiben sollen.
Die öffentlich bekannt gegebenen Nutzerzahlen geben den Machern recht:
Otto-Normal-Verbraucher scheint geradezu nur auf das Mitmach-Web gewartet zu haben.

Wer denkt über die Folgen nach?

Tag für Tag gelangen mehr Daten von uns in das Internet und mit jedem geschriebenen Wort machen wir uns selbst ein wenig gläserner.
Anonymität ist für Google & Co. ein Fremdwort und für die Web2.0-Macher sind unsere privaten Daten Goldwert und doch scheint es niemanden zu interessieren.

Personensuchmaschine Yasni

Unter dem Leitsatz “Was weiß das Netz über dich?startete Yasni ende des letzten Jahres die erste deutsche Personensuchmaschine.
Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen.

Personensuchmaschine bedeutet, das Yasni nach Eingabe eines Namens das Web nach hierfür relevanten Einträgen durchforstet und nach öffentlichen und dementsprechend für jeden ohnehin frei zugänglichen Daten sucht.
Allen voran bedient sich Yasni dabei den “Großen” wie Google, Amazon, Facebook, StayFriends & Co.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist “öffentlich und frei zugänglich“.
Ich habe Yasni mittlerweile ausgiebig testen können und letztendlich kann ich sagen, das ich bei Yasni nichts anderes finde als was ich ohnehin durch (mehr Arbeit) auch bei Google über mich finde.

Will ich so bekannt sein?

Ich stöbere selbst oft in diversen Suchmaschinen herum und suche nach mir selbst.
Nicht weil ich heiß darauf bin berühmt zu werden, sondern weil mir sehr bewusst, dass das Internet sehr viele Informationen über mich bereit stellt.
Ich will wissen was das Web weiß!
Ich war in der Vergangenheit nicht sehr sparsam mit dem Bekanntgeben von privaten Daten, bin aber (vor allem dank der aktuellen Entwicklung von Google) viel sensibler für dieses Thema geworden.
Datenschützer haben, genau wie ich selbst, zu Beginn viel negatives im Zusammenhang mit Yasni.de geschrieben, mittlerweile denke ich aber, vor allem nachdem mir Steffen Rühl von der Yasni GmbH vor einer Weile auch bereitwillig offene Fragen beantwortet hat, das man Yasni.de mehr als eine Chance statt als einen böswilligen Feind betrachten sollte.
Wie bereits erwähnt, macht Yasni nichts anderes als das (vornehmlich deutsche) Web nach öffentlichen Inhalten zu bestimmten Personen zu durchsuchen.
Auf der einen Seite macht es Yasni fremden Personen dadurch natürlich leichter etwas über mich zu finden, auf der anderen Seite helfen sie aber auch mir, Informationen über mich selbst zu finden und eventuell darauf reagieren zu können.
Ich denke das man diesen zweiten Fakt nicht unterschätzen sollte.
Nicht jeder ist in der Lage das Internet und seine Suchmaschinen so effektiv zu nutzen wie wir die tagtäglich im Netz arbeiten.
Für eben diese Personen stellt Yasni auch eine Hilfe dar und hilft aufzuzeigen, wo eventuell ungewollt Informationen von ihnen bereit gestellt werden.

Wie Frontal21 ganz treffend formulierte:
Das Internet vergisst nichts!
Richtig, es vergisst nichts. Zumindest nicht solang “ihm” die Informationen bereitgestellt werden.
Wer es in der Vergangenheit versäumt hat, seine Daten spärlich und nur gezielt im Netz zu verteilen, der bekommt mit Yasni nun Hilfe diese Daten ausfindig zu machen und löschen zu lassen.
Eine große Hilfe kann hierbei auch die wöchentliche eMail mit neuen Suchergebnissen von Yasni sein.

Deswegen:
Wer bislang bereitwillig Daten von sich preisgegeben hat, der sollte in Zukunft sensibler werden, Informationen gezielter streuen und sich einfach mal auf die Suche nach seinem Namen machen.
Ich persönlich bin erstaunt darüber, wie viele Besucher mein Blog durch die Suche nach “Heiko Ramaker” erhält.
Ein deutliches Zeichen dafür, wie oft in Suchmaschinen nach vermeintlich “unbekannten” Personen gesucht wird.

Ich höre schon die bösen Kommentare, aber seien wir mal ehrlich:
Wäre es nicht schade, wenn nach deinem nächsten Vorstellungsgespräch der Job-Scout bei Google über einen Beitrag von dir und deinen sexuellen Vorlieben stolpern würde?

RSS Trackback URL 17. Januar 2008
Abgelegt unter: Leben im Internet, Suchmaschinen

9 Kommentare»

  1. Heiko Eckert

    21. Februar 2008 | 00:45 Uhr

    Jetzt mal ehrlich: Yasni bringt zu viele falsche Informationen und das ist schon ein starkes Problem. Suche ich jetzt nach einer Person schreibe ich ihr ganz schnell falsche Informationen zu.. das finde ich richtig schlimm!

  2. Daniel

    27. Februar 2008 | 13:32 Uhr

    Baah.. was ist das denn für ein Dreck. So lange es nicht richtig funktioniert und massenhaft falsche Informationen liefert, sollen die es lieber lassen. Bei mir wird sogar ein Foto einer Frau angezeigt!

  3. Sallustius

    4. März 2008 | 21:06 Uhr

    Hmm, ich habe letztens bei Google nach einem Zitat, das auch auf meiner MySpace-Seite im nichtöffentlichen Bereich steht (und dort auch immer stand), gesucht. Da präsentierte mir die Maschine als drittes Suchergebnis einen Link zu Yasni, der schon in der Unterschrift der Google-Suchmeldung meine gesamten Myspace-Profildaten auflistete, die eigentlich nur meinen “Freunden” dort zugänglich sein sollten. Wie Yasni dort herangekommen ist, ist mir unerklärlich, ich werde aber in Zukunft möglichst die Finger von all dem Web2.0-Kram lassen - allen “Sicherheitseinstellungen” zum Trotz, die ja scheinbar nicht funktionieren!!

  4. Jakob

    10. März 2008 | 15:06 Uhr

    yasni greift ja offenbar auch auf online-telefonbücher zu. zumindest habe ich meinen doppel-vornamen bei yasni in einer schreibweise gefunden, wie sie nur in den online-telefonbüchern vorkommt und sonst nirgends im web. heißt dass, das yasni irgendwann sämtliche namen auflistet von allen personen die einen eintrag z.b. bei der telekom haben?

  5. Jasmina

    26. Juni 2008 | 18:24 Uhr

    yasni ist bisher ja überhuapt nicht zu gebrauchen. ich hab das mal testweise die namen von ein paar freunden von mir eingegeben, mit dem ergebnis, dass bei 2en von 5 ca. 30 einträge gefunden wurden, aber kein einziger dieser einträge hatte etwas mit der von mir gesuchten person zu tun. bei den anderen 3en wurde gar kein eintrag gefunden, obwohl jeder von ihnen eine eigene homepage hat, 2 bei myspace einen eigenen blog und alle in meheren foren profile haben. also was bringt mir so eine suchmaschine, wenn die suchergebnisse nichts taugen?

  6. personenfinder

    22. Juli 2008 | 21:06 Uhr

    Kann es eine Personensuchmaschine wirklich geben? Von mir ein klares “Nein”. Es ist schon erstaunlich und erschreckend zugleich, was das Internet über uns Preis gibt. Bei der Personensuche ist es aber mit Recherche im Internet nicht getan. Viele Informationen sind heute im Netz nicht verfügbar und offenbaren sich nur erfahrenen Personensuchern, die alle Wege bei der Suche nach Personen ausschöpfen können.

  7. Seidelbast

    4. März 2009 | 10:38 Uhr

    Ich bemühe mich nach Kräften, frühere Fehler dadurch auszubügeln, dass ich mit gezielt falschen Darstellungen weitere Namensgleiche Profile ins Netz bringe.
    Auf die Dauer hoffe ich, dadurch die Suche nach Personendaten zu konterkarieren.

  8. juliane

    2. Mai 2009 | 13:08 Uhr

    ich weiss garnicht, was ihr habt. Bei mir klappts fantastisch. ;-)

  9. web-killer

    22. November 2009 | 02:12 Uhr

    Guten Tag,

    es gibt Dienste, die es anbieten, seine Reputation im Internet zu schützen und zu verbessern.

    Unser Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, unangenehme und unliebsame Einträge schnell und günstig entfernen zu lassen. Die Erfolgsquote ist sehr hoch.

    http://www.web-killer.de

    Darüber hinaus bieten wir auch die Möglichkeit an, seine Reputation professionell überwachen zu lassen.

    Mit freundlichen Grüßen
    web-killer.de

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